Emotionen in MP4

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Wir beginnen unsere Festivalwoche quasi mit dem Ende. Genauer gesagt: Mit der Preisverleihung am Samstag. Und mit einem Blick auf die glücklichen Sieger der vergangenen cellu l'art-Auflagen.

Als eher kleines, schmal budgetiertes Festival war es uns allzu häufig leider nicht möglich, die Filmemacher der Gewinnerfilme bei uns in Jena zu haben. In Zeiten von Digitalisierung und immer besseren Handykameras ist das freilich gar nicht so schlimm; denn Dankesreden sind auch aus hunderten oder tausenden Kilometern Entfernung in Minuten aufgenommen und auf unserer Festplatte bereit, dem Saalpublikum gezeigt zu werden.

Womit wir bei Nelson Polfliet wären. Unser belgischer Gewinner („Bester Spielfilm“) von 2017 ist in Puncto (verpasster) Präsenz bei der Preisverleihung ein besonders unglücklicher Fall. Praktisch während der gesamten Festivalwoche sind er und die Produzentin von „Stacey en de alien“ bei uns zu Gast. Die Preisverleihung am Samstagabend aber bekommen sie nicht mehr mit. Am Freitagabend um kurz nach 18 Uhr geht Nelsons Zug nach Brüssel, wo am Wochenende ein Umzug ansteht. Die Juryentscheidung über die Siegerfilme steht aber erst knapp drei Stunden später fest. Als wir den frisch gebackenen Festivalsieger um kurz nach 21 Uhr anrufen, ist er noch nicht einmal zurück in Belgien - für eine Rückkehr nach Jena aber freilich zu weit weg. Und wir müssen erst einmal etwas ungläubig lächeln – wegen der durchaus überraschenden Entscheidung unserer Juroren, aber auch wegen dieser „Ausgerechnet Nelson!“-Geschichte.

Immerhin: Was wir dann als Dankesrede in vier mal drei Metern auf die Leinwand projizieren können, ist so echt und sogar ein bisschen rührend, dass Nelson eben doch irgendwie bei uns ist in diesem Moment. Und: Es dürfte mit gut zweieinhalb Minuten auch eine der längsten Dankesreden der cellu l'art-Geschichte gewesen sein.

Aber seht selbst: https://vimeo.com/215408914

Und warum sprechen wir schon heute – fünf Tage vor der Preisverleihung – von unserem Vorjahressieger? Ganz einfach: Wir zeigen schon morgen noch einmal seinen Siegerfilm „Stacey en de alien“ - bei unserer Open-Air-Festivaleröffnung am Faulloch. Und, wenn es die Jurys des 19. Jenaer Kurzfilmfestivals wollen, dann gibt es zur diesjährigen Preisverleihung vielleicht Nelson Polfliets nächste Dankesrede. Denn mit seinem aktuellen Film „Bloemen voor Claudine“ ist er wieder in unserem internationalen Wettbewerb dabei (in WB 2 „Existenzaromen“, Do 20:15 Uhr & Fr 18 Uhr im Volksbad).

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