Viel mehr als Kinderfernsehen – Die Trickfilme von Falk Schuster

Trickfilm und Halle – das gehört zusammen. Nach dem Mitteldeutschen Multimediazentrum macht sich auch das Designhaus zunehmend einen Namen in der Trickfilmszene. Der Grund: Der dort ansässige Trickfilmer und Illustrator Falk Schuster. Ein kurzer Abriss seiner Erfolgsgeschichte.

Die Animationsfilmbranche in der Region hat sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zunehmend breit und vielfältig aufgestellt. In jedem der Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen finden sich heute Animationsfilmproduzenten mit angeschlossenen Studios zur Herstellung von animierten Filmen. Zudem agieren in der Region viele Filmemacher, die in ihren Arbeiten verschiedenste Stile und Erzählweisen anwenden und damit über die Grenzen Mitteldeutschlands hinaus erfolgreich sind. Insbesondere diese freien Filmemacher, die ihre Projekte vom Drehbuch über Storybord, Animation, Regie und Produktion oftmals in Personalunion umsetzen, zeugen mit ihren Werken von der künstlerischen Vielfalt des Animationsbereichs. Hervorzuheben sind insbesondere die vielen künstlerischen Handschriften, die aktuell von den drei ansässigen Kunsthochschulen, der Bauhaus Universität Weimar, der Burg Giebichenstein in Halle und der Hochschule für Druck und Buchkunst in Leipzig – vertreten werden.

Falk Schuster, 1980 in Oschatz geboren, hat nach einer Ausbildung zum Grafikdesigner 2003 in Leipzig an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Design zu studieren begonnen. Dort verfolgte er konsequent seine Liebe zum Trickfilm und sein erster Puppentrickfilm „Urlaub in Gudrun“ entstand. Der Film erzählt die Geschichte einer alleinstehenden alten Dame. Gudrun träumt immerzu vom Meer, hat es aber noch nie mit den eigenen Augen gesehen. Der Film begleitet Gudrun einen Tag lang durch Ihren Alltag und ihre Meerträume. 2009 schloss Schuster das Studium mit seinem Diplomfilm „Laufende Geschäfte“ mit Auszeichnung ab. Dieser wurde auf etwa 70 Festivals weltweit gezeigt und gewann zahlreiche Preise, unter anderem bester MDR Unicato Animationsfilm 2010, Flensburger Filmtage, Kurzsüchtig 2010, 20min|max Filmfestival Ingolstadt.

Seit 2010 betreibt Falk Schuster sein Filmstudio MotionWorks im Designhaus Halle, welches zu den größten Animationsfilm-Studios in Deutschland zählt. Hier realisiert der ehemalige Stipendiat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, mit einem kleinen angestammten Team eigene Projekte wie freie Animationsfilme, sowie Mixed-Media-Filme und Auftragsarbeiten, beispielsweise für Ausstellungen und animierte Formate für KIKA und MDR. Seine Produktionen gewannen eine Vielzahl an Preisen. 2012 gewann sein Film „Ast mit Last“ den Preis für den besten deutschen Animationsfilm auf dem Festival DOK Leipzig und wurde beim Internationalen Filmfestival Shanghai 2011 ausgezeichnet. Im Januar 2012 feierte auch der Puppentrickfilm „Kleider machen Freunde“ Premiere. Dieser Kinderfilm wurde bis heute auf zirka 50 Festivals präsentiert und an mehrere Fernsehsender ins In- und Ausland verkauft. 2013 folgte der Preis für den besten Werbefilm für „A Racers Sketchbook“ auf dem ITFS Stuttgart. Für seinen animierten Dokumentarfilm „Die Weite suchen, ein im Rotoskopieverfahren hergestellter animierter Dokumentarfilm, wurde der Regisseur und Drehbuchautor 2016 mit dem Filmförderpreis der Kunstministerin auf dem Filmfest Dresden geehrt. Der Animationsfilm zeigt, wo die Sachsen am liebsten Urlaub machten, als die Mauer noch stand. Der teils autobiografische Anima-Dok-Film, begleitet eine ostdeutsche Familie während ihrer Reise an die Ostsee und gibt dabei Einblick in einen üblichen DDR-Urlaubsalltag - so nah an der Grenze.

Seit 2014 besitzt der Illustrator Lehraufträge an der Kunsthochschule Halle und der HFF München.

Sein letzter Animationsfilm “Bei Nacht erwacht“ feierte bereits seine Premiere auf dem Filmfest Dresden in den Kategorien Regionaler Fokus 1 und Kids 1. Bei uns ist er am Freitag 20:15 Uhr im Kulturcafé Paradise Bird zu sehen. Der Film zeigt, wie nachts, wenn alles schläft, im Kinderzimmer eine zauberhafte Formenwelt mit allerhand lustigem Getier erwacht. Darin gibt es unendlich viel zu entdecken. Einzig der nahende Morgen kann die Abenteuer der Nacht abrupt beenden. Doch die nächste Nacht wartet schon.

Quellen:
http://www.fbw-filmbewertung.com/film/die_weite_suchen
http://falkschuster.com/
Trailer Infomagazin der Mitteldeutschen Filmförderung 04/2017
http://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/stipendiat/falk-schuster/?art=Film&typ=&jahr=&name=&sort=&ansicht=
http://www.filmfest-dresden.de/de/festival/jurys
http://cdn.ag-kurzfilm.de/agk-katalog-2012-web.pdf