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Unsere Kurzfilm-Wechselausstellung

Entdeckt jeden Monat eine neue Auswahl an Kurzfilmen, die wir für euch unter wechselnden Mottos auswählen und kuratieren. Kostenlos und dauerhaft bis Ende des Monats verfügbar. Zum Ansehen des jeweiligen Films einfach auf das Bild klicken.

April 2021: City Shorts

Mit dem avantgardistischen "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt" (1927) etablierte sich im Kino der 1920er Jahre das Subgenre des "Großstadtsinfonie-Films", in dem nicht einzelne menschliche Figuren, sondern eine Stadt mit ihren Gebäuden, ihrer Bevölkerung, ihrer Bewegung, ihren schillernden Kontrasten zum treibenden Charakter wurde. Von seinen Ursprüngen im Experimentalfilm hat sich der Stadtfilm seitdem in vielfältiger Weise weiterentwickelt: wir präsentieren euch in diesem Monat einige Kurzfilmvertreter dieses Genres und führen euch dabei durch Moskau, Tel Aviv, Venedig, Nice, Dakar, New York City und Dawson City.

Hymns of Muscovy

Russland
Regie: Dimitri Venkov

Moskau wird in diesem Kurzfilm vom Gebäudefundament auf den Kopf gestellt: langsam und elegant gleitet die Kamera an architektonischen Wahrzeichen und modernistischen Monumentalbauten der russischen Hauptstadt. Eine schwindelerregende Tour durch eine irreal wirkende Metropole, begleitet von einer stark verfremdeten Variation der sowjetischen Hymne.

Travelogue Tel Aviv

Schweiz
Regie: Samuel Patthey

Während eines Austauschsemesters in Tel Aviv hielt Samuel Patthey Alltagstrott und kleine Episoden, Großstadthektik und die Entspannung von Nebengässchen, Routinen und ausgelassenes Feiern in Skizzen fest. Sein "Travelogue Tel Aviv" führt diese gezeichneten Erinnerungen zu einem außergewöhnlichen und persönlichen Reisetagebuch aus bewegten Bildern der israelischen Metropole zusammen.

City Out of Time

Kanada
Regie: Colin Low

Ausgehend von Gemälden in der National Gallery of Canada in Ottawa führt "City Out of Time" durch Venedig und kontrastiert die einstige weltbedeutende Handelsmetropole mit dokumentarischen Bildern der zeitgenössischen Touristenstadt. Der Erzähler-Stadtführer ist übrigens ein Montrealer Schauspieler namens William Shatner (damals noch nicht aus "Star Trek" bekannt).

À propos de Nice

Frankreich
Regie: Jean Vigo & Boris Kaufman

Jean Vigos Nizza-Portrait lädt den Großstadtsymphonie-Film mit ätzend-satirischen Elementen auf: dem mondänen Reichtum an der "Promenade des Anglais" stellt er drastische Impressionen aus den Armenvierteln entgegen. Der anarchistische Regisseur war nicht nur ein Propagandist, sondern auch ein Poet – so ist "À propos de Nice" auch immer wieder von Bildern entrückter Schönheit durchsetzt.

Borom Sarret

Senegal
Regie: Ousmane Sembène

Borom Sarret ("Der Kutscher") gilt als Meilenstein des frühen senegalesischen Kinos. Regisseur Ousmane Sembène zeigt darin den Arbeitsalltag eines armen Pferdekutschers, der verschiedene Passagiere durch die Hauptstadt Dakar führt – vom Slum über die Geschäftsstraßen bis zu den wohlhabenden Neubauvierteln. Dabei entspinnt er ein Panorama der sozialen Ungleichheiten im jungen Staat.

3rd Ave. El

USA
Regie: Carson Davidson

Die "Third Avenue Elevated", war eine Hochbahn, die Manhattan mit der Bronx verband. In seinem oscar-nominierten Debütfilm "3rd Ave. El" präsentiert uns Carson "Kit" Anderson das New York City der 1950er Jahre, gesehen durch die Augen von teils mehr, teils weniger "respektablen" Passagieren der historischen Linie, die in Manhattan 1955 und in der Bronx 1973 eingestellt wurde.

City of Gold

Kanada
Regie: Colin Low & Wolf Koenig

Dawson City wurde zwischen 1896 und 1898 die "Hauptstadt" des "Klondike-Goldrauschs" – und schrumpfte nach dem Rausch wieder zu einem kleinen Örtchen in der Subarktik. In "City of Gold" rekonstruiert der renomierte kanadische Historiker Pierre Berton, der selbst in Dawson City aufgewachsen ist, die Geschichte des einstigen "Paris des Nordens" anhand von historischen Fotos.